Interessengemeinschaft Nonnenwiesen    









 

Investoren wollen ohne Zuschüsse des Landes nicht bauen - Pläne hatten bei einem Konkurrenten und bei Umweltschützern für Aufregung gesorgt
Kein Landhotel am Fuße des "Hörnle" in Dürrenzimmern  Von Claudia Schönberger
erschienen in der Heilbronner Stimme am 07.Juli 2005

Als die Pläne bekannt wurden, sorgte das Projekt für große Aufregung. Jetzt steht fest, dass in den Dürrenzimmerner Nonnenwiesen kein Landhotel gebaut wird. Die Investoren haben sich zurückgezogen, weil das Land keine Zuschüsse gibt.

Nachdem der Brackenheimer Gemeinderat im Dezember 2004 nach kontroverser Diskussion mehrheitlich die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das geplante 60-Betten-Haus am Fuße des "Hörnle" beschlossen hatte, kam eine Lawine ins Rollen: Der Besitzer des Brackenheimer City-Hotels, der Saarbrücker Projektentwickler Hermann Link, machte mittels Flugblättern und Unterschriftensammlungen Stimmung gegen das Konkurrenz-Projekt und gegen die Stadtverwaltung. Zum einen sah er den Verkauf beziehungsweise die Wiedereröffnung seiner 100-Betten-Herberge gefährdet, zum anderen nannte der gebürtige Hausener ökologische Bedenken als Grund für seinen Widerstand - das Dürrenzimmerner Grundstück liegt in einem regionalen Grünzug.

Wie sehr das Thema auch die Gemüter der Bevölkerung erregte, zeigte sich bei einer Informationsveranstaltung über City- und Landhotel im Februar dieses Jahres, zu der 450 Zuhörer ins Brackenheimer Bürgerzentrum kamen. Kritik gab es dabei hauptsächlich am Standort. Und schließlich gründete sich in Dürrenzimmern die Interessengemeinschaft (IG) Nonnenwiesen, die vor allem ökologische Einwände gegen das Landhotel-Areal vorbrachte und deswegen Unterschriften sammelte, sich aber von Hermann Link ausdrücklich distanzierte.

Jetzt gab Bürgermeister Rolf Kieser im Gemeinderat bekannt, dass die Landhotel-Investoren ihr Vorhaben nicht weiter verfolgen wollen. Mangels Planreife habe das Land keine Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) genehmigt. Grundsätzlich, erklärte der Verwaltungschef, seien Maßnahmen zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur aber förderfähig.

Der ELR-Zuschuss sei "eine der stützenden Säulen" ihres Projektes gewesen, so eine der Investorinnen, Christina Sauer, im Gespräch mit unserer Zeitung. "Es ist schade, aber es bringt nichts, es weiterzuverfolgen", sagt die gelernte Hotelfachfrau. Sie betont, dass "die IG Nonnenwiesen und Herr Link uns nicht abgeschreckt haben".

Hermann Link indes ist "sehr froh und glücklich" über die Entwicklung: "Das ermöglicht es mir, auf den Punkt zu kommen." Mit drei potenziellen Käufern für sein City-Hotel sei er "abschlussreif". "Einer kurzfristigen Eröffnung steht nun nichts mehr im Wege", sagt Link und nennt als Zeitrahmen etwa drei Monate.

"Wir sind froh, wenn das Landhotel an diesem Standort nicht kommt, da fällt uns ein Stein vom Herzen", erklärt einer der Sprecher der IG Nonnenwiesen, Helmut Schilling. "Aber wir fühlen uns nicht als Sieger, wir wollten nur Verhinderer sein und keine Gräben im Ort aufreißen."





     

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