IG Kleinschwimmhalle Brackenheim                                           
 

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.::9.April 2006::.



 

 

    
 
   

 Die Ausgangslage:

Die Schließung der Brackenheimer Kleinschwimmhalle war fast schon beschlossene Sache. Doch bereits in der nicht-öffentlichen Sitzung am 22. Januar ruderte der Gemeinderat zurück. Jetzt soll ein Förderverein das "Bädle" retten. Darauf einigte sich das Gremium am Donnerstag mehrheitlich.
Im Haushalt der Heuss-Stadt fehlen 1,3 Millionen Euro. 1,4 Millionen würde die Sanierung der 34 Jahre alten Kleinschwimmhalle kosten, die - so Bauamtsleiter Frank Ertal - zwar optisch in Ordnung, laut Gutachten hinsichtlich Technik und Gebäudesubstanz aber in einem desolaten Zustand ist. Im Prinzip käme ein Neubau günstiger als eine Rundumerneuerung. Allein die Betriebskosten verschlingen 100 000 Euro im Jahr - und das bei rund 1500 Nutzern beziehungsweise 25 000 Besuchen. Würde die Einrichtung geschlossen, ließe sich also leicht viel Geld sparen.

Nur noch bis Ende Juli, so der ursprüngliche Vorschlag der Verwaltung - den der Gemeinderat in mehreren Sitzungen zur Haushaltskonsolidierung mit erarbeitet hatte - sollte geöffnet bleiben. Doch obwohl hinter verschlossenen Türen verhandelt, schlug das Thema Wogen in der Stadt. In der Bürgerfragestunde am 22. Januar machte es ein VdK-Vertreter, dessen Gruppe das Bädle regelmäßig nutzt, vollends öffentlich (wir berichteten).

Protestbriefe weiterer Nutzer - Zabergäu-Gymnasium, Aquafit-Gruppe und Babyplantschen - flatterten den Räten und dem Bürgermeister auf den Tisch. Am Donnerstag lag den Bürgervertretern nun ein modifizierter Beschlussvorschlag vor, der auf einer Idee der SPD-Fraktion basierte: Der Badebetrieb wird aufrecht erhalten, wenn bis zum 1. August ein Förderverein gegründet ist, der mindestens 10 000 Euro im Jahr für die Schwimmhalle beisteuert.
Im Gegenzug wäre die Stadt bereit, die notwendigsten Sofortmaßnahmen in Höhe von 18 500 Euro zu bezahlen: eine neue Chlorungsanlage und Vorkehrungen gegen Legionellenbefall. "Egal, wie der Beschluss ausfällt, einen Verlierer wird es geben", stellte Bürgermeister Rolf Kieser zu Beginn der Debatte fest. Besonders enttäuscht zeigte er sich darüber, dass angesichts dieses Themas so wenige Zuhörer gekommen waren.
"Noch vor wenigen Monaten haben wir über eine neue Sporthalle im Wiesental diskutiert und jetzt soll das Bad geschlossen werden." Hermann Christ (CDU) zweifelte daran, dass das die Bürger verstehen werden. "Egal, ob mit Verein oder ohne - wir sollten das Bad offen lassen."

Ganz anderer Ansicht war sein Fraktionskollege Reinhold Heinrich. Er verglich die Kleinschwimmhalle mit einem alten Auto, das mit neuem Scheibenwischer, aber mit schlechten Bremsen und ohne Licht durch den Nebel fährt. Für die Schließung plädierte auch Walter Lang (FWB): " Der Weiterbetrieb ist vielleicht populär, aber die ökonomische Sicht verbietet ihn." Ebenso sah es Edgar Übelhör, vor allem angesichts der Besucherzahlen: "12 500 Brackenheimer gehen nicht ins Bad." Zudem fürchtete er, dass ein Förderverein den Sportvereinen Konkurrenz bei der Sponsorensuche machen könnte. Wie ein Förderverein jedes Jahr 10 000 Euro aufbringen solle, das war Michael Klotz (CDU) "schleierhaft ".

Brigitte Hentschke (Liste 21) erinnerte daran, dass Brackenheim einen Ruf als Sportstadt zu verlieren habe. SPD-Chef Gerhard Weber nannte den anstehenden Beschluss "eine politische Entscheidung". Er gab zu, dass es sich der Gemeinderat wohl zu leicht gemacht habe, als er die Schwimmhalle in seine Streichliste aufgenommen habe. "Wenn wir dieses Bad erhalten, wird es auch im Bewusstsein der Bevölkerung wieder stärker verankert", hofft Weber.
Wilfried Hofmann (SPD) formulierte es drastisch: Dadurch, dass hier viele Kinder schwimmen lernten, werde der "Tod durch Ertrinken" verhindert. Auf seinen Antrag hin gab der Gemeinderat mit 14 zu 12 Stimmen (zwei Enthaltungen) dem zu gründenden Förderverein sogar bis zum 31. Dezember Zeit.

 

von Claudia Schönberger -Heilbronner Stimme-

der Gemeinderatsbeschluss vom 29.Januar 2004